Wie Achtsamkeit hilft, die Konzentrationsfähigkeit im Führungsalltag zu steigern

„Schnell Entscheidungen zu treffen, ist dauernd nötig. Da übersieht man schon mal ein wichtiges Detail, das stresst – und wenn ich mir dann einmal Zeit für eine umfangreichere Thematik nehme, kann ich mich trotzdem schlecht konzentrieren und denke dauernd an andere Dinge.“

Dies veranschaulicht, dass Konzentrationsfähigkeit in einem dynamischen Arbeitsalltag immer mehr zur entscheidenden Schlüsselkompetenz von Führungskräften wird. In den zwei beschriebenen Situationen wird dies besonders deutlich:

 

  • Entscheidungen müssen unter Zeitdruck gefällt werden. Gleichzeitig hängen wir gedanklich noch dem letzten Meeting nach oder erledigen „schnell“ nebenbei noch andere Dinge.
  • Die Folge: Sind dann Zeitfenster für inhaltliches Arbeiten vorhanden, fällt es uns schwer aus dem Dynamikmodus auszutreten, das Gedankenkarussell abzuschalten und bei dieser einen Sache zu bleiben.

Die eigene Konzentrationsfähigkeit zu steigern führt demnach nicht nur zu einem besseren Gefühl, es hilft auch Risiken zu minimieren und die Effizienz des eigenen Handelns zu steigern.

Unter Konzentrationsfähigkeit verstehen wir die willentliche Fokussierung auf eine bestimmte Tätigkeit oder Thematik über eine bestimmte Dauer. Dabei sind das Ausblenden von äußeren und inneren Störungen ebenso wichtige Faktoren wie die emotionale und physische Befindlichkeit, sowie unser Interesse an der Sache. Zentral beim Erzielen von guten Lösungen und Entscheidungen ist auch das Vermeiden von voreiligen Schlüssen.

 

Formale Achtsamkeitsübungen und die damit verbunden Geistesschulung können hierbei deutliche Erfolge verzeichnen. Folgendes wird von Studien belegen:

 

  • Meditation (je 25 Minuten an drei aufeinanderfolgenden Tagen) mindert Stress in Drucksituationen. Dies hat einen direkten Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit, da Stresshormone die Leistungsfähigkeit mindern.
  • Meditation fördert geistige Leistungsfähigkeit: Schon nach 6-minütiger Meditation erzielten Studierende bessere Leistungen in Prüfungen als die Vergleichsgruppe.
  • Meditation fördert Merkfähigkeit unter Zeitdruck: Nach einem 4-tägigen Achtsamkeitskurs war die Merkfähigkeit der Studienteilnehmer signifikant besser als die der Vergleichsgruppe, besonders bei Aufgaben mit Zeitdruck.

Wie funktioniert das? Es funktioniert durch das Zusammenwirken der 5 zentralen Achtsamkeitsansätze:

 

  • Beobachten (umfassend wahrnehmen, Anfängergeist und „kindliche Neugier“ aktivieren)
  • Benennen (innerlich neutral beschreiben, damit den Prozess verlangsamen und umfassend betrachten)
  • Nicht -vorschnell- bewerten (dem Drang einer Komplexitätsreduktion widerstehen, eigene Bewertungsmuster erkennen)
  • Nicht -sofort- reagieren (Entscheidungen nicht auf der Basis einzelner Informationen treffen, dem Drang Tatsachen zu schaffen, widerstehen)
  • Konzentration aufbauen und Halten (Ablenkungen ausblenden, Extralosigkeit üben, den Geist aktiv auf das Thema zurückführen)

Wie können Sie dies üben?

 

Üben Sie analytische Meditation an ausgewählten Themen, die Ihnen wichtig sind. Zu Beginn ist es ausreichend, wenn diese Übung insgesamt 10 Minuten andauert.

 

  • Schreiben Sie das Thema als Überschrift (als Wort, maximal ein Halbsatz) auf einen Zettel.
  • Üben Sie 2 Minuten stilles Sitzen, zur Ruhe kommen.
  • Richten Sie nun Ihren inneren Scheinwerfer auf Ihr Thema und beobachten Sie Ihre Gedanken.Bennen – nicht bewerten.

Sobald Sie kreisende Gedanken bemerken, kommen Sie zurück zum Atem (3 Atemzüge),zurück zur Körperwahrnehmung (Hände spüren) dann zurück zum Beobachten und Benennen der Aspekte Ihrer Fragestellung und dem Gefühl der offenen Weite. Beenden Sie die Übung indem Sie einige Mali tief durchatmen, den Körper aktivieren, zum Beispiel durch Strecken oder Durchschütteln.In dem Zustand entspannter Konzentration können Sie nun Entscheidungen treffen oder Schritte zur Bearbeitung der Thematik starten. Viel Erfolg dabei!

 

 

Charlotte Goldstein

 gs

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